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Blutdruck-Rechner

Blutdruckwerte eingeben & bewerten – kostenlos & sofort

📊Blutdruckwerte eingeben

Der systolische Wert misst den Druck beim Herzschlag (Kontraktion)

Der diastolische Wert misst den Druck zwischen den Herzschlägen (Erschlaffung)

Zuletzt aktualisiert am 10. Juni 2026

Grundlage: Klassifikationsgrenzen der ESC/ESH-Leitlinie und der Deutschen Hochdruckliga (DHL). Optimal <120/80, Hypertonie ab 140/90 mmHg bei Praxismessung. Hinweis: Die ESC-Leitlinie 2024 führt zusätzlich die Kategorie „erhöht“ (120–139/70–89 mmHg) ein – diese Seite nutzt die etablierte 6-stufige Tabelle (optimal bis Grad 3).

Berücksichtigt: systolischer und diastolischer Wert (es zählt immer der höhere der beiden für die Einstufung), Pulsdruck (Differenz syst.–diast.) sowie eine grobe Risiko-Einordnung.

Nicht berücksichtigt: Einzelmessung statt 24-h-Langzeitmessung, Weißkittel-/maskierte Hypertonie, Vorerkrankungen, Medikamente, Schwangerschaft und Kinder. Der Rechner ersetzt keine ärztliche Diagnose.

Blutdruck-Rechner: Alles, was Sie wissen müssen

Das Messgerät zeigt 138/86 mmHg – ist das noch normal oder schon zu hoch? Genau hier setzt dieser Rechner an: Sie geben Ihren systolischen und diastolischen Wert ein und sehen sofort, in welche der sechs Kategorien (von „optimal“ bis „Hypertonie Grad 3“) Ihre Werte nach den ESC/ESH-Grenzwerten und der Deutschen Hochdruckliga fallen. 138/86 mmHg liegt übrigens im Bereich „hochnormal“ – also noch kein Bluthochdruck, aber auch kein Grund, das Thema abzuhaken. In Deutschland hat etwa jeder dritte Erwachsene erhöhte Werte, viele davon unbemerkt. Der Rechner zeigt Ihnen zusätzlich den Pulsdruck und eine grobe Risiko-Einordnung – ersetzt aber, gerade bei Grenzwerten, keine ärztliche Abklärung. Optional können Sie auch Ihren Puls mit eingeben: Der Rechner ordnet den Ruhepuls direkt mit ein (normal sind 60-100 Schläge pro Minute).

Was bedeuten systolisch und diastolisch?

Der Blutdruck wird als zwei Zahlen angegeben (z.B. 120/80 mmHg):

  • Systolisch (oberer Wert): Druck während des Herzschlags, wenn das Herz Blut pumpt
  • Diastolisch (unterer Wert): Druck zwischen den Herzschlägen, wenn das Herz entspannt
  • mmHg: Millimeter Quecksilbersäule – die Maßeinheit für Blutdruck

Blutdruck-Tabelle: WHO/ESH-Klassifikation

Kategorie Systolisch Diastolisch
Optimal<120<80
Normal120-12980-84
Hochnormal130-13985-89
Hypertonie Grad 1140-15990-99
Hypertonie Grad 2160-179100-109
Hypertonie Grad 3≥180≥110

Hinweis: Es gilt der höhere Wert. Bei 145/85 mmHg liegt Hypertonie Grad 1 vor (wegen des systolischen Werts), obwohl der diastolische Wert normal ist.

Was ist ein normaler Blutdruck?

Ein normaler Blutdruck liegt bei etwa 120/80 mmHg. Optimal sind Werte unter 120/80 mmHg. Die Grenzwerte variieren leicht:

  • Kinder: Niedrigere Normwerte je nach Alter
  • Ältere Menschen (80+): Bis 150/90 mmHg kann akzeptabel sein
  • Schwangere: Engmaschige Überwachung ab 140/90 mmHg

Blutdruck nach Alter: Tabelle mit Durchschnittswerten

Im Laufe des Lebens verändert sich der Blutdruck:

Alter Durchschnittlicher Blutdruck
20-30 JahreDurchschnitt etwa 120/80 mmHg
40-50 JahreLeichter Anstieg auf ~125/85 mmHg normal
60-70 JahreHäufig 130-140/85-90 mmHg
Über 80Zielwert unter 150/90 mmHg (individuell)

Wichtig: Auch bei älteren Menschen ist ein niedrigerer Blutdruck (wenn vertragen) meist vorteilhaft für die Herzgesundheit.

Was ist der Pulsdruck?

Der Pulsdruck (auch Blutdruckamplitude) ist die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Wert:

Pulsdruck = Systolisch - Diastolisch
  • Normal: 30-50 mmHg
  • Erhöht (>60 mmHg): Kann auf steife Arterien hindeuten (Arteriosklerose)
  • Zu niedrig (<25 mmHg): Kann auf Herzprobleme hinweisen

Mittlerer arterieller Druck (MAP)

Der mittlere arterielle Druck (MAP) beschreibt den durchschnittlichen Druck im Kreislauf und wird vom Rechner zusätzlich ausgegeben. Er berechnet sich aus dem diastolischen Wert und dem Pulsdruck:

MAP = Diastolisch + Pulsdruck / 3

Als Normalbereich gelten 70-100 mmHg. Beispiel: Bei 120/80 mmHg beträgt der Pulsdruck 40 mmHg und der MAP rund 93 mmHg (80 + 40/3) – also im Normalbereich.

Kann ich beim Blutdruck-Rechner auch den Puls eingeben?

Ja. Der Rechner bietet ein optionales Puls-Feld (Schläge/Minute). Wird ein Wert eingegeben, ordnet der Rechner den Ruhepuls direkt mit ein: Normal sind 60-100 Schläge pro Minute, Werte darunter gelten als Bradykardie (langsamer Puls), Werte darüber als Tachykardie (schneller Puls).

Bluthochdruck (Hypertonie) – Risiken

Bluthochdruck ist ein „stiller Killer“ – oft symptomlos, aber mit schweren Folgen:

  • Herzinfarkt: 2-3x höheres Risiko
  • Schlaganfall: Hauptrisikofaktor
  • Herzinsuffizienz: Das Herz ermüdet
  • Nierenschäden: Langsamer Funktionsverlust
  • Augenschäden: Netzhautschäden (Retinopathie)
  • Demenz: Erhöhtes Risiko durch Gefäßschäden

Niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Von Hypotonie spricht man bei Werten unter 100/60 mmHg:

  • Symptome: Schwindel, Müdigkeit, kalte Hände/Füße, Konzentrationsprobleme
  • Oft harmlos: Bei jungen, schlanken Menschen und Sportlern normal
  • Maßnahmen: Viel trinken, langsam aufstehen, Wechselduschen, Bewegung

Richtig Blutdruck messen

  1. 5 Minuten Ruhe vor der Messung
  2. Sitzen mit Rückenlehne, Füße flach auf dem Boden
  3. Manschette auf Herzhöhe am nackten Oberarm
  4. Nicht sprechen während der Messung
  5. 2-3 Messungen im Abstand von 1-2 Minuten, Durchschnitt bilden
  6. Immer zur gleichen Tageszeit messen (morgens und abends)

Blutdruck natürlich senken

  • Salzreduktion: Max. 5-6 g täglich (1 TL)
  • DASH-Diät: Viel Gemüse, Obst, Vollkorn, wenig Fett
  • Abnehmen: Pro kg weniger sinkt der Blutdruck um ~1 mmHg
  • Bewegung: 150 Min. moderate Aktivität pro Woche
  • Alkohol reduzieren: Max. 1 Glas/Tag (Frauen), 2 Gläser (Männer)
  • Rauchstopp: Senkt Risiko für Herzinfarkt sofort
  • Stress managen: Entspannungstechniken, Meditation

⚠️ Typische Fehler & Sonderfälle

Diagnose aus einer einzigen Messung

Ein einzelner Wert von z.B. 148/92 mmHg bedeutet noch keine Hypertonie. Für eine Diagnose braucht es nach DHL-Empfehlung Werte an mehreren Tagen oder eine 24-Stunden-Langzeitmessung. Gerade nach dem Treppensteigen, Kaffee oder im Stress kann der Wert kurzzeitig 20–30 mmHg höher liegen.

Weißkittel- und maskierte Hypertonie

Bei rund 15 bis 30 Prozent der Menschen mit erhöhten Praxiswerten liegt zu Hause ein normaler Blutdruck vor (z.B. 150/95 mmHg beim Arzt, 130/82 mmHg daheim) – das ist der „Weißkittel-Effekt“. Umgekehrt zeigt die maskierte Hypertonie in der Praxis normale Werte, zu Hause aber dauerhaft erhöhte. Beides erkennt nur die Selbst- oder Langzeitmessung, nicht ein Praxiswert allein.

Falsche Manschettengröße verfälscht den Wert

Eine zu kleine Manschette am kräftigen Oberarm (über ca. 32 cm Umfang) kann den systolischen Wert deutlich zu hoch anzeigen – Studien zeigen je nach Manschettengröße Abweichungen von mehreren bis rund 20 mmHg gegenüber der passenden Manschette. Auch eine Messung am Handgelenk ohne Herzhöhe oder über dem Ärmel liefert verfälschte Werte. Manschette immer am nackten Oberarm auf Herzhöhe anlegen.

Nur ein Wert ist auffällig (isolierte Hypertonie)

Bei 142/78 mmHg liegt bereits Hypertonie Grad 1 vor, obwohl der diastolische Wert völlig normal ist – es zählt immer der höhere Wert. Diese isolierte systolische Hypertonie ist bei älteren Menschen häufig und sollte nicht als harmlos abgetan werden.

Wichtiger Hinweis (YMYL/Gesundheit): Dieser Rechner dient ausschließlich der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine ärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung. Treffen Sie keine Entscheidungen über Medikamente allein auf Basis dieser Einordnung. Bei dauerhaft erhöhten Werten, Beschwerden oder Werten über 180/120 mmHg wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt – im Notfall an die 112.

🏥 Beratung & Hilfe

⚠️ Wann sofort zum Arzt?

  • • Blutdruck über 180/120 mmHg
  • • Brustschmerzen, Atemnot, Sehstörungen
  • • Starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Nasenbluten
  • • Verwirrtheit oder neurologische Symptome

Bei diesen Symptomen: Notarzt rufen (112)!

Ärztliche Beratung

Bei dauerhaft erhöhten Werten (über 140/90 mmHg) sollten Sie:

  • • Ihren Hausarzt/Hausärztin aufsuchen
  • • Eine 24-Stunden-Blutdruckmessung durchführen lassen
  • • Ggf. einen Kardiologen konsultieren

Selbsthilfe & Information